Mit Team Lioness begann unsere Reise in Kenia – heute fördern wir mehrere Projekte, die zeigen:
Tierschutz beginnt beim Menschen und schafft Zukunft für Frauen, Gemeinschaften und Wildtiere

Manchmal sind es nicht neue Gesetze oder Technologien, die Veränderung schaffen, sondern neue Stimmen. Stimmen, die vorher nicht gehört wurden. Genau das macht Team Lioness möglich – eine der ersten rein weiblichen Ranger-Einheiten in Kenia. Hier wird sichtbar, wie Tierschutz, soziale Gerechtigkeit und Empowerment ineinandergreifen – und wie aus einer Stimme ein Wandel für ganze Gemeinschaften und Ökosysteme werden kann.

Frauen im Zentrum des Schutzes

Maasai-Frauen sind tief mit ihrer Gemeinschaft und ihrem Land verbunden. Sie tragen Wissen und Perspektiven in sich, die in den bisher rein männlichen Ranger-Einheiten fehlten. Doch lange fehlte ihnen die Möglichkeit, ihre Rolle auch auf professioneller Ebene wahrzunehmen.

Das änderte sich 2019, als das IFAW-tenBoma-Programm gemeinsam mit lokalen Führungspersönlichkeiten Team Lioness gründete – eine der ersten Ranger-Einheiten in Kenia, die ausschließlich aus Frauen besteht. Acht junge Maasai-Frauen wurden nach Führungsstärke, schulischen Leistungen und Integrität ausgewählt. Für viele sind sie die ersten Frauen in der Geschichte ihrer Familien, die eine feste Anstellung haben.

Seitdem patrouilliert Team Lioness unter dem Dach der Olgulului Community Wildlife Rangers (OCWR) an der Grenze zu Tansania. Ihr Einsatzgebiet umfasst traditionelle Gemeinschaftsflächen und den Kitenden-Korridor – ein ikonischer Wildtierkorridor, den über 2.000 Elefanten des Amboseli-Ökosystems nutzen.

Die Rangerinnen übernehmen eine Schlüsselrolle beim Schutz vor Wilderei, beim Monitoring von Wildtierbewegungen und in der Konfliktlösung zwischen Menschen und Tieren.

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Ein sozio-ökologischer Wandel

In der Maasai-Gemeinschaft standen Frauen traditionell ganz unten auf der sozialen Leiter: erst Männer, dann Söhne, dann Vieh – und ganz am Ende Frauen und Mädchen. Selbstbestimmung oder eigenes Einkommen waren nicht vorgesehen.

Mit Team Lioness ist ein Wandel in Gang gesetzt worden:

  • Zum ersten Mal verdienen Maasai-Frauen eigenes Geld und sichern damit den Lebensunterhalt ihrer Familien.

  • Sie sind sichtbare Vorbilder – Mädchen sehen Frauen, die Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und öffentlich Anerkennung erfahren.

  • Ihre Stimme verändert die Gesellschaft: von der Frage, welche Rolle Frauen spielen dürfen, bis hin zu einem neuen Bewusstsein für die Verbindung von Mensch und Natur.

Das ist mehr als ein Beschäftigungsprogramm. Es ist ein sozio-ökologischer Wandel, der sowohl soziale Gerechtigkeit als auch Naturschutz voranbringt.

Tierschutz ist Menschenschutz

Die Rangerinnen bekämpfen nicht nur Wilderei, sondern entschärfen auch Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren. Durch ihre Arbeit wächst die Akzeptanz für Elefanten, Löwen und Co. in den Gemeinden, die direkt mit ihnen zusammenleben. So wird nicht nur die Natur geschützt, sondern auch die Lebensgrundlage der Menschen gesichert.

Besonders während der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie groß ihr Einsatz ist: Team Lioness blieb monatelang im Einsatz, getrennt von den eigenen Familien, um Tiere und Ökosysteme weiter zu schützen – in einer Zeit, in der der Einbruch des Tourismus das Risiko der Wilderei deutlich erhöhte.

Warum die Stiftung Team Lioness unterstützt

Die Margarete-Breuer-Stiftung hat über zwei Jahre lang die Ausbildung und die vollständige Finanzierung der acht Rangerinnen übernommen. Damit konnten Frauen gestärkt werden, die bislang kaum Chancen auf Selbstbestimmung hatten – und zugleich Wildtiere geschützt werden, die ohne diesen Einsatz stark gefährdet wären.

Für uns ist Team Lioness ein Projekt, das unser Verständnis von Tierschutz auf einzigartige Weise sichtbar macht: Tierschutz beginnt beim Menschen.

  • Die Frauen gewinnen Rechte, Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung.

  • Die Gemeinschaft profitiert von intakten Ökosystemen und neuen Chancen.

  • Die Tiere werden besser geschützt, weil Menschen Teil der Lösung sind.

So entsteht ein Kreislauf von Schutz und Verantwortung – getragen von denjenigen, die einst ganz unten in der sozialen Ordnung standen.

Ein Ausblick: Jenga Mama

Mit Team Lioness haben wir den Grundstein gelegt. Doch für uns war dieses Projekt auch ein Startschuss, den eingeschlagenen Weg in Kenia weiter zu intensivieren. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem IFAW das Projekt „Jenga Mama“ gestartet – ein Ausbildungsprogramm, das 60 Frauen in ländlichen Gemeinden befähigt, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und gleichzeitig aktiv etwas zur Verringerung von Mensch-Wildtier-Konflikten beizutragen.

So entwickeln sich aus den Rangerinnen von heute und den Unternehmerinnen von morgen Fürsprecherinnen für den Schutz von Natur und Wildtieren – und ein sozio-ökologischer Wandel nimmt weiter Gestalt an.

Team Lioness zeigt: Wenn man Tierschutz eine weibliche Stimme gibt, verändert sich nicht nur das Leben einzelner Frauen – sondern auch das ihrer Familien, ihrer Gemeinschaften und der Tiere, die mit ihnen leben.

 

 

 

„Der Tod ist ein willkommener Gast.“ So heißt es in Goethes Faust. Doch für Familien, in denen ein Kind mit einer lebenszeitverkürzenden Erkrankung lebt, kehrt sich dieser Satz schmerzlich um: Der Tod ist hier alles andere als willkommen – er ist ein ständiger, unerwünschter Begleiter. Sein Schatten liegt über dem Alltag, schwebt wie eine unsichtbare Präsenz über jedem Tag, beeinflusst Pläne, Gespräche und das Miteinander, verändert Routinen, Beziehungen, Hoffnungen.
Die Krankheit eines Kindes stellt das gesamte Familiensystem auf den Kopf: Eltern sind oft rund um die Uhr mit medizinischer Versorgung, Arztterminen und der Sorge um das erkrankte Kind beschäftigt. Rituale und Alltagsstrukturen werden von der Krankheit diktiert. Die Atmosphäre zu Hause kann von Anspannung, Traurigkeit oder auch von Momenten der Hoffnung und Erleichterung geprägt sein – doch immer ist da das Bewusstsein um die Endlichkeit.

Und während sich das Leben der Familie scheinbar nur noch um das kranke Kind dreht, bleibt oft ein anderes Kind still zurück – das Geschwisterkind, dessen Gefühle und Bedürfnisse leise und unsichtbar werden.

„Ich wusste, dass mein Bruder krank war, sehr krank. Ich wollte auch niemals selbst krank sein, was für eine absurde Idee. Und dennoch wünschte ich mir manchmal, dass meine Eltern genauso viel Zeit für mich hätten, wie für ihn“.
(Zitat eines Geschwisterkindes, 2023)

Wie fühlt es sich an, wenn das eigene Leben plötzlich von Krankheit und Unsicherheit geprägt ist – nicht als Bruder oder Schwester? Was bedeutet es, im Schatten einer schweren Krankheit aufzuwachsen?

Um diese Fragen greifbar zu machen, wagen wir einen behutsamen Perspektivwechsel und erzählen eine fiktive Geschichte. Sie öffnet ein Fenster in eine Gefühlswelt, die oft verborgen bleibt.

Stellen wir uns Anna vor, elf Jahre alt. Ihr kleiner Bruder Ben ist schwer krank. Seit Monaten füllt sich das Wohnzimmer mit medizinischen Geräten, der Tagesablauf richtet sich nach Arztbesuchen und Therapien. Anna liebt Ben, aber sie spürt, wie sie selbst immer leiser wird. Sie sieht die Erschöpfung in den Gesichtern ihrer Eltern, hört die Gespräche über Medikamente und Prognosen. Ihre eigenen Wünsche – ein gemeinsamer Spieleabend, ein Ausflug ins Kino – bleiben meist unausgesprochen. Anna will niemanden zusätzlich belasten. Manchmal fühlt sie sich schuldig, wenn sie lacht, während Ben leidet. Manchmal wütend, wenn sie sich nach Aufmerksamkeit sehnt. Und manchmal einfach nur traurig, weil alles so anders ist als früher.

Die inneren Welten von Geschwisterkindern sind oft schwer greifbar, doch ihre Gefühle prägen ihren Alltag tiefgehend. Zwischen Fürsorge, Rücksichtnahme und dem Wunsch, selbst gesehen zu werden, finden sie selten Raum für ihre eigenen Bedürfnisse. Genau hier setzt das Geschwisterkind-Projekt, welches die Margarete-Breuer Stiftung in Kooperation mit dem Kinderpalliativteam Sternenboot des Universitätsklinikum Düsseldorf im Projektzeitraum 2021 – 2024 umgesetzt hat, an: Es schafft einen geschützten Rahmen, in dem diese Kinder und Jugendlichen mit ihren Erfahrungen, Sorgen und Hoffnungen wahrgenommen und unterstützt werden.

Das Geschwisterkind-Projekt: Unterstützung und Sichtbarkeit schenken

Genau hier setzte das Geschwisterkind-Projekt an, das die Margarete-Breuer Stiftung in Kooperation mit dem Kinderpalliativteam Sternenboot des Universitätsklinikums Düsseldorf im Projektzeitraum 2021–2024 umsetzte: Es schuf einen geschützten Rahmen, in dem diese Kinder und Jugendlichen mit ihren Erfahrungen, Sorgen und Hoffnungen wahrgenommen und unterstützt wurden.

Das Projekt fragte nicht nur nach dem Befinden des erkrankten Kindes, sondern rückte gezielt die gesunden Geschwister in den Mittelpunkt. Mit niedrigschwelligen psychologischen Angeboten wurde ein geschützter Raum geschaffen, in dem Kinder wie Anna ihre Gefühle zulassen, Fragen stellen und sich austauschen konnten. Ziel war es, die Ressourcen der Geschwisterkinder zu stärken, ihre Selbstfürsorge zu fördern und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Neben der praktischen Umsetzung – dem niedrigschwelligen psychologischen Angebot für Geschwisterkinder – umfasste das Projekt auch eine wissenschaftliche Begleitung. Um die Wirksamkeit der Unterstützung zu prüfen, wurde das Angebot im Rahmen einer empirischen Evaluation untersucht. Ziel war es, herauszufinden, wie das Projekt zur Stärkung von Ressourcen, zur Förderung der Selbstfürsorge und zur Verbesserung der Lebensqualität beitrug und wie es weiter professionalisiert werden konnte.

Die Evaluation erfolgte als prospektive Längsschnittstudie: Zu drei Zeitpunkten wurden quantitative Daten per Fragebogen erhoben, ergänzt durch qualitative Interviews nach Abschluss der Befragungen. Die wichtigsten Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Begleitung wurden in einer kompakten Kurzstudie zusammengefasst und liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung ähnlicher Angebote – damit Geschwisterkinder auch künftig die Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

So wurde das Projekt zu einem Lichtblick in dunkler Zeit. Es schenkte den Geschwisterkindern Aufmerksamkeit, Verständnis und ein Stück Normalität – in einer Welt, in der der Tod niemals ein willkommener Gast ist, aber das Leben dennoch weitergehen muss.

 

„Alle wollen alt werden – aber niemand will alt sein.“ Dieser Satz beschreibt ein Dilemma, das uns als Stiftung sehr bewegt. Alt werden bedeutet nicht nur, auf ein langes Leben zurückzublicken – es heißt auch, sich der eigenen Verwundbarkeit zu stellen und zu spüren, dass man auf Hilfe angewiesen ist. Doch Hilfe anzunehmen ist nie leicht. Schon gar nicht, wenn niemand da ist, der sie aus Nächstenliebe selbstverständlich geben würde: keine Kinder, keine Angehörigen, keine Freunde, die nach einem sehen.

„Wenn das Leben nicht zu dir nach Hause kommt, findet es einfach nicht mehr statt.“
Das ist die Realität vieler älterer, alleinlebender Menschen. Ihre Tage werden still, Kontakte brechen weg, und das Dasein schrumpft auf die eigenen vier Wände zusammen.

Der Lebensweg der Stifterin als Ausgangspunkt

Genau an diesem Punkt knüpft die Geschichte unserer Stifterin Sigrun Gaspari, Enkelin von Margarete Breuer, an. Auch sie hatte keine Kinder und keine nahen Familienangehörigen. Als sie durch einen medizinischen Notfall in die Situation geriet, dass sie nicht mehr ohne Hilfe allein in ihren eigenen vier Wänden leben konnte, war ihr größter Wunsch klar: zu Hause bleiben – bis zum letzten Atemzug.

Was das möglich machte, war keine Institution und kein Standardangebot, sondern das Engagement zweier ihr nahestehender Freunde. Sie organisierten Hilfe, Unterstützung und die notwendige Sorgearbeit – so, dass dieser Wunsch respektiert und erfüllt werden konnte.

Diese beiden Freunde sind heute die Vorstände der Margarete-Breuer-Stiftung. Sie haben ihre Erfahrungen aus dieser intensiven Zeit in die Stiftung hineingetragen – und mit dem Projekt MBS.CARE eine Struktur geschaffen, die genau das weiterführt, was sie damals für Sigrun Gaspari geleistet haben: ältere Menschen mit Fürsorge, Nähe und Verlässlichkeit zu begleiten, damit sie so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben können.


Altenhilfe jenseits der Zuständigkeit

Ja, in Düsseldorf gibt es viele Angebote für Seniorinnen und Senioren. Aber oft setzen sie voraus, dass ein unterstützendes Umfeld vorhanden ist – eine Tochter, ein Sohn, Angehörige, die Formulare ausfüllen, beim Arzt nachfragen oder den Alltag strukturieren helfen.

Doch was ist mit den Menschen, die niemanden mehr haben? Mit denen, die weder ein soziales Netz noch regelmäßige Anrufe oder Besuche erleben?

Genau hier knüpft MBS.CARE an. Das Projekt wurde Ende 2021 ins Leben gerufen, um diese Menschen nicht allein zu lassen. Es ersetzt keine bestehenden Angebote, sondern schafft die Verbindung, die sonst niemand mehr herstellt: die Brücke zwischen dem, was da wäre – und dem, was ohne Begleitung gar nicht mehr ankommt.

MBS.CARE versteht sich als Lotse mit einem 360-Grad-Blick. Wer allein lebt, braucht nicht nur Hilfe – sondern jemanden, der erkennt, wo Hilfe nötig ist, bevor es zu spät ist. Nicht mit Formularen, sondern mit Beziehung. Nicht mit Systemlogik, sondern mit Haltung.


Wenn Nähe den Unterschied macht

Wir haben im Projekt schnell gelernt: Viele Notlagen entstehen nicht plötzlich, sondern wachsen langsam – aus einem schleichenden Mangel an Verbindung. Oft macht erst ein einschneidendes Ereignis diesen Mangel sichtbar: ein Krankenhausaufenthalt, ein Sturz, ein Behördenbrief, der überfordert.

In diesen Momenten baten viele leise um Hilfe – nicht, weil sie plötzlich hilflos waren, sondern weil die Not größer wurde als der Stolz, alles allein regeln zu wollen. Genau an dieser Stelle schließt MBS.CARE die Lücke: nicht laut, aber verlässlich.


Mehr werden, ohne beliebig zu werden

Anfang 2024 haben wir das Projekt ausgeweitet, um mehr Menschen erreichen zu können. Unser Anspruch blieb derselbe: Nähe bewahren – auch bei wachsendem Bedarf.

Was gleich blieb: Jede Unterstützung ist individuell. Keine Serienbriefe, keine standardisierten Abläufe. Sondern persönliche Kontakte, wiederkehrende Gespräche, verlässliche Ansprechpartner:innen, die Vertrauen schaffen. Immer wieder neu die Frage: Was braucht dieser Mensch jetzt, heute, in seiner konkreten Situation?

Ob Begleitung zu einem Arztgespräch, Hilfe bei Behördenpost oder einfach das Gefühl, nicht allein zu sein – MBS.CARE bleibt persönlich. Und es bleibt Koordinator und Wegbereiter: mit einem offenen Blick auf veränderte Bedarfe und mit dem Ziel, älteren Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Dabei geht es uns nicht darum, Leistungen zusammenzuführen wie in einem Puzzle. Es geht darum, Menschen in ihrer Lebenswelt zu stärken – und ihnen ein stabiles, würdevolles Umfeld zu ermöglichen.


Der „Silberne Engel“ – nächste Schritte aus Erfahrung

Aus den Erfahrungen von MBS.CARE entwickeln wir aktuell das Folgeprojekt „Der Silberne Engel“. Es bleibt dem Prinzip persönlicher Zuwendung verpflichtet, erweitert es jedoch um klare Strukturen: verlässliche Lotsenfunktionen, gezielte Alltagsunterstützung und ein Netzwerk erfahrener Begleiter:innen.

Unser Leitmotiv bleibt dasselbe: Würde im Alter entsteht dort, wo jemand Verantwortung übernimmt, ohne sich aufzudrängen. Nicht mit vorgefertigten Lösungen, sondern mit Zeit, Haltung und dem offenen Blick für das, was gerade gebraucht wird.


Warum MBS.CARE zum Leitbild passt

Das Leitthema „Gemeinsam. Menschlich. Leben.“ stammt aus dem Hirschburg Forum, das wir in enger Verbundenheit begleiten. Auch wenn es nicht das offizielle Leitbild unserer Stiftung ist, teilen wir diese Haltung zutiefst.

Denn MBS.CARE macht genau das sichtbar:

– Wir hören zu, wenn andere weghören.
– Wir bleiben da, wenn Verlässlichkeit fehlt.
– Wir halten Verbindung – nicht, weil wir müssen, sondern weil es zählt.

So wird im Projekt MBS.CARE erfahrbar, was Menschlichkeit im Alter bedeutet: Nähe, die nicht messbar ist, aber spürbar – und Würde, die nicht abstrakt bleibt, sondern im Alltag gelebt wird.


💛 Mit MBS.CARE zeichnet die Margarete-Breuer-Stiftung den letzten Lebensweg ihrer Stifterin Sigrun Gaspari nach – getragen von den beiden Freunden, die sie bis zuletzt begleitet haben und heute als Stiftungsvorstände dafür sorgen, dass ihre Erfahrungen vielen zugutekommen.

SIMBA – Psychologische Hilfe, die ankommt

Manchmal erzählt ein Blick in die Augen eines Kindes unerzählte Geschichten. Im SOS-Kinderdorf Düsseldorf leben Kinder und Jugendliche, die Brüche, Trennungen oder traumatische Erfahrungen erlebt haben. Sie bringen Sorgen mit, die sie nicht allein bewältigen können.

Die engagierten Sozialpädagog:innen im Kinderdorf leisten hier Beeindruckendes: Sie geben Halt, schaffen Sicherheit, schenken ein verlässliches Zuhause. Doch manchmal reicht das nicht aus. Wenn Ängste den Alltag bestimmen, wenn traumatische Erinnerungen zurückkehren oder wenn ein Kind dringend therapeutische Hilfe braucht, dann braucht es psychologische Fachkompetenz – und zwar sofort.

Genau hier klaffte lange eine Lücke. Denn das Kinderdorf beschäftigte keine eigenen Psycholog:innen, und Termine bei kassenärztlichen Praxen bedeuteten oft monatelanges Warten. Für Kinder in akuten Krisen ist das eine Ewigkeit.


Ein neuer Weg: SIMBA

Mit dem Projekt SIMBA, das wir gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf Düsseldorf gestartet haben, hat sich diese Situation grundlegend verändert. Dank unserer Förderung konnte eine erfahrene Kinderpsychologin eingestellt werden, die exklusiv für die Kinder und Jugendlichen des Kinderdorfs da ist – in den Kinderdorffamilien, den stationären Wohngruppen und im Verselbstständigungsprogramm.

Durch SIMBA erhalten die Kinder jetzt zeitnah und kontinuierlich psychologische Unterstützung – individuell, nachhaltig und, wenn nötig, auch kurzfristig. Akute Krisen können aufgefangen, traumatische Erfahrungen aufgearbeitet und Entwicklungswege wieder eröffnet werden.

Die therapeutische Arbeit ist dabei bindungsorientiert, trauma- und bedürfnisorientiert – drei Säulen, die den Kindern vermitteln: Du bist nicht allein. Jemand sieht dich. Jemand hört zu.


Warum der Name SIMBA?

Der Name ist bewusst gewählt – in Anlehnung an die Geschichte von Disneys „König der Löwen“. Dort muss der junge Löwe Simba nach einem dramatischen Vorfall, noch als Kind, sein Rudel und seine Familie verlassen. Er fühlt sich verloren, einsam und ohne Halt – bis er mit Pumbaa und Timon zwei Gefährten findet, die für ihn zu einer Ersatzfamilie werden, ihn stärken und ihm helfen, den Weg zurück ins Leben zu finden.

Ganz ähnlich ist es im SOS-Kinderdorf Düsseldorf: Auch hier leben Kinder, die gezwungen waren, ihre Familie zu verlassen, die aber den familiären Zusammenhalt brauchen, um gesund aufzuwachsen. In den Kinderdorffamilien und Wohngruppen finden sie eine vergleichbare Umgebung – feste Bezugspersonen, die wie eine Ersatzfamilie für sie da sind, Verlässlichkeit schenken und den Kindern helfen, Vertrauen ins Leben zurückzugewinnen.

SIMBA steht damit für psychologische Hilfe und zugleich für ein Zuhause, das Halt, Sicherheit und neue Stärke schenkt.

Biografiearbeit: Auf dem Weg zur eigenen Geschichte

Ein besonderer Schwerpunkt der psychologischen Begleitung liegt in der Biografiearbeit. Viele Kinder im SOS-Kinderdorf kennen ihre Herkunft nur bruchstückhaft oder tragen Fragen mit sich, die schmerzhaft offen bleiben: Warum lebe ich hier? Wer hat früher für mich gesorgt? Was ist mit meiner Familie passiert?

Biografiearbeit bietet Raum, Antworten zu suchen, Erinnerungen zu ordnen und die eigene Lebensgeschichte sichtbar zu machen – in Bildern, Texten oder Gesprächen. Für die Kinder entsteht dadurch Orientierung, ein stärkeres Selbstwertgefühl und die Erfahrung: Meine Geschichte gehört zu mir – und ich darf sie annehmen.

Erste Wirkung: Wenn Kinder sich öffnen

Bereits nach kurzer Zeit zeigt sich, wie wichtig SIMBA ist. In akuten Situationen können Kinder sofort aufgefangen werden. Einzelgespräche, Kriseninterventionen und kontinuierliche Begleitung schaffen Sicherheit und Vertrauen. Viele Kinder erleben zum ersten Mal, dass ihre innere Not ernst genommen wird.

Auch die pädagogischen Fachkräfte profitieren: In Fallbesprechungen, Teamsitzungen und durch kollegiale Beratung fließt psychologisches Fachwissen ein, das den Alltag erleichtert und die Kinder noch gezielter unterstützt.

Warum die Stiftung SIMBA fördert

Die Margarete-Breuer-Stiftung setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden. Unser Ziel ist es, sie zu stärken, zu befähigen und ihnen Wege in eine selbstbestimmte Zukunft zu eröffnen.

Mit SIMBA schließen wir gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf Düsseldorf eine entscheidende Lücke: Kinder und Jugendliche erhalten genau dann psychologische Hilfe, wenn sie sie brauchen – nicht erst nach Monaten des Wartens. Damit wird die Grundlage geschaffen, dass sie trotz schwieriger Erfahrungen gesund aufwachsen und ihre Zukunft in die Hand nehmen können.

 

Die Margarete-Breuer-Stiftung versteht ihren Auftrag im Tierschutz nicht allein darin, Tiere zu schützen, sondern darin, die Verantwortung des Menschen im Dreiklang von Mensch, Tier und Natur bewusst zu machen – und junge Menschen zu befähigen, dieses Wissen in Handeln umzusetzen. Genau an dieser Schnittstelle begegnen sich unsere Stiftungszwecke: Tierschutz und Kinder- und Jugendhilfe.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist das Projekt „Biodiversidade para adolescentes“ des Vereins favela education e. V., das wir mit großer Überzeugung fördern. Es zeigt, wie Bildung zum Resonanzraum werden kann – für ökologisches Verstehen ebenso wie für menschliches Wachstum.

Kinder- und Jugendhilfe heißt: Empowerment

In unserem Engagement für Kinder- und Jugendhilfe geht es uns vor allem um diejenigen jungen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren sind. Sie brauchen Unterstützung, um eigene Stärken zu entdecken und in die Lage versetzt zu werden, ihre Lebenssituation selbstbestimmt zu verbessern.

Das Stichwort lautet Empowerment – verbunden mit Nachhaltigkeit. Denn echte Hilfe bedeutet nicht, kurzfristig Probleme zu lindern, sondern Perspektiven zu schaffen, die tragen.

Genau das geschieht im Projekt „Biodiversidade para adolescentes“: Jugendliche erhalten nicht nur Wissen über Natur und Biodiversität, sondern auch die Erfahrung, dass sie selbst handeln, gestalten und ihre Stimme erheben können.

Natur als Resonanzraum

Die Jugendlichen forschen in botanischen Gärten, besuchen Universitätslabore, schreiben Songs, malen Bilder, verfassen Gedichte. Aus all dem entsteht ein Musikalbum und ein zweisprachiges E-Book, das ihre Gedanken, Stimmen und Erfahrungen festhält.

Für viele ist es die erste Begegnung mit Themen wie Artenvielfalt, Klimakrise und Umweltzerstörung – und zugleich die Erfahrung: Meine Stimme zählt. Ich kann etwas beitragen.

Der 17-jährige Matheus bringt es auf den Punkt: 
„Die Biodiversität intakt zu halten ist keine einfache Aufgabe. Es braucht Engagement, gemeinsame Anstrengungen und ständige Aufmerksamkeit von uns allen, damit wir zumindest versuchen können, das Aussterben von Pflanzen und Tieren zu verhindern.“

Bildung als Beziehung

Für die Stiftung ist klar: Bildung bedeutet mehr als Wissensvermittlung. Sie wird dort lebendig, wo sie Beziehung stiftet – zwischen Menschen und zwischen Mensch und Natur. Im Projekt „Biodiversidade para adolescentes“ erfahren Jugendliche, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind und Verantwortung übernehmen können.

Damit verkörpert das Projekt genau das Leitbild der Stiftung:

  • Menschlich handeln – Kinder und Jugendliche stärken, insbesondere die, die Hilfe benötigen.

  • Tierschutz leben – die Verantwortung des Menschen gegenüber Tieren sichtbar machen.

  • Natur bewahren – Ökosysteme als Lebensgrundlage verstehen.

Gemeinsam. Menschlich. Leben.

Die Förderung dieses Projektes zeigt beispielhaft, wie stiftungszweckübergreifendes Arbeiten wirken kann: Dort, wo ökologische und soziale Krisen miteinander verflochten sind, braucht es neue Wege. Wege, die Natur und Kultur verbinden, Biologie und Biografie, Wissen und Empathie.

Das Projekt von favela education e. V. eröffnet Jugendlichen genau diesen Möglichkeitsraum – und macht erfahrbar, dass Bildung nicht nur Fakten vermittelt, sondern Resonanz ermöglicht.


💛💚 Die Margarete-Breuer-Stiftung fördert hier mehr als ein Umweltbildungsprojekt – wir fördern eine Haltung: Empowerment und Verantwortung übernehmen für Mensch, Tier und Natur.

 

 

Acht junge Neuzugänge erweitern ab September das „Team Lioness“

Die Margarete-Breuer Stiftung unterstützt das Projekt Team Lioness, eine ausschließlich mit Frauen besetzte Rangerinnen-Einheit des IFAW (International Fund for Animal Welfare), durch die Finanzierung von weiteren 8 Stellen für junge Massai-Frauen in Kenia. Ab dem 1. September 2021 sind es nun insgesamt sechzehn „Löwinnen“, die im Gemeindegebiet der Massai-Community Olgulului-Ololarashi Group Ranch (OOGR) tätig sind und als Einheit in und um den Amboseli-Nationalpark patrouillieren. Die jungen Rangerinnen stehen aber nicht nur beim Kampf gegen Wilderei und Tötung aus Vergeltung an vorderster Front,  sie sind gleichzeitig auch ein Vorbild und Vorreiterinnen für eine neue Generation von Massai-Frauen.

Purity Amselet, 24, Mitglied des Team Lioness, erzählt: „Wenn sie uns bei dieser Arbeit sehen, glauben sie (Anm. der Redaktion: die männlichen Ranger Kollegen) nicht, dass wir es schaffen können. Sie dachten, das sei nur etwas für Männer, also haben sie uns entmutigt, dass das nicht unsere Aufgabe ist, dass wir das als Frauen nicht tun müssen. „Es wäre viel besser, wenn wir mehr Rangerinnen hätten, die auf der ganzen Welt arbeiten, denn das würde den Frauen, die von ihren lokalen Gemeinschaften nicht anerkannt werden, zeigen, dass sie mehr Macht haben, und es würde auch zeigen, dass es Gleichberechtigung gibt.

Mit der zunächst auf zwei Jahre begrenzten Förderung des Projektes Team Lioness setzt sich die Margarete-Breuer Stiftung mit dem IFAW im Rahmen einer kontinuierliche Partnerschaft dafür ein, die Lebensgrundlagen der Menschen zu verbessern und gleichzeitig die Wildtiere zu schützen.

Weitergehende Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

 

 

Hofhahn Torben ist nicht mehr der einzige Hahn im Korb –
Die Tier- und Naturschutz (TiNa macht Schule) Akademie hat einen neuen Seminarleiter  

Seit dem 1. September 2021 unterstützt Jesco Groschek das Projektteam von „TiNa macht Schule“, einem Bildungsprojekt des Tierschutzvereins Düsseldorf e.V. mit den Zielen, Kindern und Jugendlichen Nachhaltigkeit sowie die Sensibilisierung für die Übernahme sozialer und ökologischer Verantwortung zu vermitteln. Als studierter Kindheitspädagoge  hat der de Seminarleitung übernommen und ist darüber hinaus für die pädagogische Konzeptarbeit der TiNa-Akademie verantwortlich.  Die Margarete-Breuer Stiftung  unterstützt das Projekt „TiNa Akademie“ durch die Finanzierung der Personalkosten und der teilweisen Übernahme der infrastrukturellen Kosten für den Aufbau der Akademie.

Aus einer alten Schäferei im Süden Düsseldorfs ist ganz besonderer Platz entstanden. Der Tierschutzverein Düsseldorf  schafft mit dem Tierschutzhof hier ein einzigartiges, interdisziplinäres Unterrichtserlebnis in Düsseldorf – eine Begegnungsstätte um Kindern und Jugendlichen den Tier- und Naturschutz auf ganz besondere Weise zu vermitteln. Der Tierschutzhof ist damit ideale Ergänzung für das Bildungsprojekt „TiNa macht Schule“, welches neben Schulbesuchen und Arbeitsgemeinschaften (AG ́s) auch Exkursionen für schulische Einrichtungen anbietet.

Da eine zunehmende Nachfrage zu erwarten ist, benötigte das Projekt nun dringend weiteres Personal für den Unterrichtseinsatz. Als zukunftsfähige, nachhaltige Lösung entstand hierbei die Idee, eine eigene TiNa-Akademie auf dem Hof aufzubauen, die dann Bestandteil des Gesamtprojektes wird.  Die TiNa-Akademie ist dafür vorgesehen, Fortbildungen für Erwachsene zum/zur „Tierschutzpädagogen/Tierschutzpädagogin“ anzubieten, bei der Hintergrundwissen zum Tier-, Natur- und Umweltschutz, aber auch die nötige Pädagogik bzw. Didaktik vermittelt werden sollen. Das langfristige Ziel der TiNa-Akademie ist, eine Erhöhung der einsetzbaren Tierschutzpädagogen für den Unterricht in den Schulen zu erzielen.

Mit der zunächst auf zwei Jahre begrenzten Förderung des Projektes „TiNa-Akademie“ setzt sich die Margarete-Breuer Stiftung mit dem Tierschutzverein Düsseldorf e.V. im Rahmen einer kontinuierliche Partnerschaft dafür ein, Tier- und Naturschutz aktiv zu vermitteln und gleichzeitig dabei den nächsten Generationen fachkundig und trotzdem mitreißend einen Handlungsrahmen für einen verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgang miteinander, mit der Umwelt und den Tieren zu geben.