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Das Haus der ukrainischen Freundschaft (HUF) ist zu einem Ort geworden, an dem Vielfalt und Begegnung jeden Tag neu erlebbar sind. Hier finden Geflüchtete aus der Ukraine nicht nur Unterstützung, sondern auch Gemeinschaft, Inspiration und die Möglichkeit, ihre Kultur und Stärken einzubringen.

Ein Sprichwort sagt: „Wenn dir das Leben Steine in den Weg legt, baue etwas Schönes daraus.“
Genau das geschieht im HUF: Aus den Herausforderungen von Flucht und Neubeginn sind Räume voller Kreativität, Bildung und Begegnung entstanden. Die Steine, die einst Last waren, werden hier zu Bausteinen einer lebendigen Gemeinschaft.

Lernen für Kinder und Erwachsene

Bildung ist ein zentrales Thema im HUF. Kinder besuchen den IT-Club oder entdecken die Welt der Mathematik, während Erwachsene in eigenen IT-Angeboten digitale Kompetenzen erweitern. Auch die ukrainische Sprache wird gepflegt, damit Kinder ihre Wurzeln bewahren können. So entsteht ein Raum, in dem Lernen Freude macht und Selbstvertrauen stärkt.

Kreative Vielfalt

Ein Schwerpunkt liegt auf kreativen Workshops, die Tradition und Moderne verbinden. Ob beim Basteln traditioneller Motankapuppen, beim Malen von Ostereiern, in der Aquarellmalerei oder bei modernen Techniken wie der Cyanotopie – Kreativität wird hier zur Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auch Schmuckgestaltung, Stickereien oder das Bemalen von Taschen laden dazu ein, Neues auszuprobieren und dabei Gemeinschaft zu erleben.

Räume für Begegnung

Ebenso wichtig sind die Angebote, die einfach Raum zum Zusammensein schaffen: Sprach-Cafés, in denen Deutsch geübt wird, Tanzabende oder Filmvorführungen, die für Leichtigkeit sorgen, sowie regelmäßige Frauentreffen, die Austausch und gegenseitige Unterstützung fördern. Ein besonderes Erlebnis ist das Frauenensemble, das mit Gesang Freude teilt und Kultur lebendig hält.

Kulturelle Höhepunkte

Neben den regelmäßigen Angeboten bereichern auch besondere Veranstaltungen das Leben im HUF – wie Lesungen, Buchpräsentationen oder thematische Workshops. Sie zeigen, dass das Haus nicht nur ein Ort für Geflüchtete ist, sondern auch Brücken zur Stadtgesellschaft baut, indem Kultur sichtbar und erlebbar wird.

Ein lebendiger Ort der Teilhabe

All diese Aktivitäten machen deutlich: Das HUF ist kein klassisches Hilfsangebot, sondern ein Mitmachraum, in dem Integration bedeutet, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Kultur zu teilen. Jeder Besuch, jedes Treffen und jeder Workshop trägt dazu bei, dass aus Fremdheit Freundschaft wird und aus einem Zufluchtsort ein Ort der Stärke.

Das Haus der ukrainischen Freundschaft ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Integration dort gelingt, wo Menschen sich begegnen, miteinander lernen und gemeinsam gestalten.

Mehr Informationen über die stiftungseigene Initiative erfahren Sie hier.

 

SIMBA – Psychologische Hilfe, die ankommt

Manchmal erzählt ein Blick in die Augen eines Kindes unerzählte Geschichten. Im SOS-Kinderdorf Düsseldorf leben Kinder und Jugendliche, die Brüche, Trennungen oder traumatische Erfahrungen erlebt haben. Sie bringen Sorgen mit, die sie nicht allein bewältigen können.

Die engagierten Sozialpädagog:innen im Kinderdorf leisten hier Beeindruckendes: Sie geben Halt, schaffen Sicherheit, schenken ein verlässliches Zuhause. Doch manchmal reicht das nicht aus. Wenn Ängste den Alltag bestimmen, wenn traumatische Erinnerungen zurückkehren oder wenn ein Kind dringend therapeutische Hilfe braucht, dann braucht es psychologische Fachkompetenz – und zwar sofort.

Genau hier klaffte lange eine Lücke. Denn das Kinderdorf beschäftigte keine eigenen Psycholog:innen, und Termine bei kassenärztlichen Praxen bedeuteten oft monatelanges Warten. Für Kinder in akuten Krisen ist das eine Ewigkeit.


Ein neuer Weg: SIMBA

Mit dem Projekt SIMBA, das wir gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf Düsseldorf gestartet haben, hat sich diese Situation grundlegend verändert. Dank unserer Förderung konnte eine erfahrene Kinderpsychologin eingestellt werden, die exklusiv für die Kinder und Jugendlichen des Kinderdorfs da ist – in den Kinderdorffamilien, den stationären Wohngruppen und im Verselbstständigungsprogramm.

Durch SIMBA erhalten die Kinder jetzt zeitnah und kontinuierlich psychologische Unterstützung – individuell, nachhaltig und, wenn nötig, auch kurzfristig. Akute Krisen können aufgefangen, traumatische Erfahrungen aufgearbeitet und Entwicklungswege wieder eröffnet werden.

Die therapeutische Arbeit ist dabei bindungsorientiert, trauma- und bedürfnisorientiert – drei Säulen, die den Kindern vermitteln: Du bist nicht allein. Jemand sieht dich. Jemand hört zu.


Warum der Name SIMBA?

Der Name ist bewusst gewählt – in Anlehnung an die Geschichte von Disneys „König der Löwen“. Dort muss der junge Löwe Simba nach einem dramatischen Vorfall, noch als Kind, sein Rudel und seine Familie verlassen. Er fühlt sich verloren, einsam und ohne Halt – bis er mit Pumbaa und Timon zwei Gefährten findet, die für ihn zu einer Ersatzfamilie werden, ihn stärken und ihm helfen, den Weg zurück ins Leben zu finden.

Ganz ähnlich ist es im SOS-Kinderdorf Düsseldorf: Auch hier leben Kinder, die gezwungen waren, ihre Familie zu verlassen, die aber den familiären Zusammenhalt brauchen, um gesund aufzuwachsen. In den Kinderdorffamilien und Wohngruppen finden sie eine vergleichbare Umgebung – feste Bezugspersonen, die wie eine Ersatzfamilie für sie da sind, Verlässlichkeit schenken und den Kindern helfen, Vertrauen ins Leben zurückzugewinnen.

SIMBA steht damit für psychologische Hilfe und zugleich für ein Zuhause, das Halt, Sicherheit und neue Stärke schenkt.

Biografiearbeit: Auf dem Weg zur eigenen Geschichte

Ein besonderer Schwerpunkt der psychologischen Begleitung liegt in der Biografiearbeit. Viele Kinder im SOS-Kinderdorf kennen ihre Herkunft nur bruchstückhaft oder tragen Fragen mit sich, die schmerzhaft offen bleiben: Warum lebe ich hier? Wer hat früher für mich gesorgt? Was ist mit meiner Familie passiert?

Biografiearbeit bietet Raum, Antworten zu suchen, Erinnerungen zu ordnen und die eigene Lebensgeschichte sichtbar zu machen – in Bildern, Texten oder Gesprächen. Für die Kinder entsteht dadurch Orientierung, ein stärkeres Selbstwertgefühl und die Erfahrung: Meine Geschichte gehört zu mir – und ich darf sie annehmen.

Erste Wirkung: Wenn Kinder sich öffnen

Bereits nach kurzer Zeit zeigt sich, wie wichtig SIMBA ist. In akuten Situationen können Kinder sofort aufgefangen werden. Einzelgespräche, Kriseninterventionen und kontinuierliche Begleitung schaffen Sicherheit und Vertrauen. Viele Kinder erleben zum ersten Mal, dass ihre innere Not ernst genommen wird.

Auch die pädagogischen Fachkräfte profitieren: In Fallbesprechungen, Teamsitzungen und durch kollegiale Beratung fließt psychologisches Fachwissen ein, das den Alltag erleichtert und die Kinder noch gezielter unterstützt.

Warum die Stiftung SIMBA fördert

Die Margarete-Breuer-Stiftung setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden. Unser Ziel ist es, sie zu stärken, zu befähigen und ihnen Wege in eine selbstbestimmte Zukunft zu eröffnen.

Mit SIMBA schließen wir gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf Düsseldorf eine entscheidende Lücke: Kinder und Jugendliche erhalten genau dann psychologische Hilfe, wenn sie sie brauchen – nicht erst nach Monaten des Wartens. Damit wird die Grundlage geschaffen, dass sie trotz schwieriger Erfahrungen gesund aufwachsen und ihre Zukunft in die Hand nehmen können.

MBS.UA – das Ukrainehilfe Projekt der Stiftung hilft ankommenden Kriegsflüchtlingen in Düsseldorf 

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Jahr 2022 engagiert sich die Margarete-Breuer-Stiftung im Bereich der Flüchtlingshilfe unter dem Projektnamen MBS.UA. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine nach Düsseldorf geflüchtet sind.

Was als humanitäre Soforthilfe begann – mit Nahrungsmitteln, Kleidung, medizinischer Unterstützung und Begleitung bei Behördengängen – hat sich im Laufe der Zeit zu einem vielschichtigen und lebendigen Projekt entwickelt. Von Anfang an war klar: Die Art der Unterstützung muss sich an den sich ständig verändernden Bedürfnissen der Menschen orientieren, nicht an starren Strukturen.

In der ersten Phase stand die akute Notversorgung im Vordergrund. Die Menschen kamen oft mit nichts in der Hand, waren nicht in den sozialen Sicherungssystemen Deutschlands angekommen, konnten die Sprache nicht verstehen und waren häufig durch Krieg, Flucht und den abrupten Bruch ihres bisherigen Lebens schwer belastet. Neben dem Bereitstellen von Lebensnotwendigem war es unser Anliegen, ihnen beim Ankommen in einer fremden Umgebung Sicherheit und Orientierung zu geben – durch persönliche Begleitung, praktische Hilfe im Alltag und Raum für Begegnung.

Mit der Zeit verschoben sich die Bedürfnisse. Es ging nun zunehmend um Orientierung und Stabilisierung: Deutschkurse, interkulturelle Unterstützung, psychosoziale Angebote, Hilfe beim Zugang zu Bildung und Arbeit. MBS.UA wurde zu einer Art Brücke zwischen Kulturen, zwischen Systemen, zwischen Fremdheit und Ankommen.

Heute – mehr als zwei Jahre nach Beginn des Krieges – liegt der Schwerpunkt des Projekts auf Selbstorganisation, Teilhabe und kultureller Verankerung. Im „Haus der ukrainischen Freundschaft“ in Düsseldorf haben geflüchtete Ukrainer:innen einen Ort geschaffen, an dem sie selbst aktiv werden: Sie organisieren Workshops, unterstützen einander, gestalten Freizeit- und Bildungsangebote und teilen ihre Kultur mit anderen. Das Projekt hat sich von einem Hilfsangebot zu einem offenen Mitmachraum entwickelt, in dem Integration nicht bedeutet, sich aufzugeben, sondern anzukommen und sich einzubringen.

Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines bewussten Förderansatzes: Menschen stark machen – nicht nur versorgen. Die Margarete-Breuer-Stiftung versteht sich hier nicht als alleinige Akteurin, sondern als Partnerin auf Augenhöhe, die begleitet, unterstützt, ermöglicht.

Mehr Informationen über die stiftungseigene Initiative erfahren Sie hier.

 

 

Ein Krieg in Europa – das hätten die meisten von uns bis vor Kurzem nicht für möglich gehalten. Für die Menschen in der Ukraine ist es eine Katastrophe. Ihre Heimatstädte werden zerstört, Familien werden auseinandergerissen, Kinder werden aus ihrem friedlichen Alltag herausgerissen und müssen fliehen, um ihr Leben zu retten. Und die in der Ukraine bleiben, geraten in die Epizentren schrecklicher Raketenangriffe und Bombenanschläge, werden durch solchen Raketenbeschuss verletzt und bleiben oft für lange Zeit unter Trümmern eingeschlossen. Die traurige Statistik des Krieges berichtet am Anfang August über 1.000 verletzte Kinder, von denen das russische Militär bereits 358 ukrainische Kinder getötet und 700 verletzt hat. Die Verletzungen führen oft zu den Amputationen. Leider steigen diese Zahlen ständig. Mit dem Benefizkonzert möchte die Margarete-Breuer Stiftung ein Zeichen setzten – für FRIEDEN, FREUNDSCHAFT, HOFFNUNG und LIEBE. Am 17. September 2022 um 18:00 Uhr erwartet Sie ein kammermusikalisches Highlight. Das bekannte Nodelman-Quartett wird in der einzigartigen Umgebung des Kuppelsaals der St. Rochuskirche in Düsseldorf eine abwechslungsreiches Programm – von klassischem virtuosem Violinen-Solo bis hin zu Stücken aus der ukrainischen Volksmusik. – darbieten. Ergänzt wird das musikalische Angebot noch durch eine Fotoausstellung sowie durch eine Live-Animation, die die musikalischen Darbietungen visuell begleitet. Der Eintritt ist kostenlos, wir bitten jedoch um Spenden zur Unterstützung der Stiftung MBS.UA.

Mehr Infos finden Sie unter: https://mb-stiftung.org/ukrainehilfe