Mit Team Lioness begann unsere Reise in Kenia – heute fördern wir mehrere Projekte, die zeigen:
Tierschutz beginnt beim Menschen und schafft Zukunft für Frauen, Gemeinschaften und Wildtiere

Manchmal sind es nicht neue Gesetze oder Technologien, die Veränderung schaffen, sondern neue Stimmen. Stimmen, die vorher nicht gehört wurden. Genau das macht Team Lioness möglich – eine der ersten rein weiblichen Ranger-Einheiten in Kenia. Hier wird sichtbar, wie Tierschutz, soziale Gerechtigkeit und Empowerment ineinandergreifen – und wie aus einer Stimme ein Wandel für ganze Gemeinschaften und Ökosysteme werden kann.

Frauen im Zentrum des Schutzes

Maasai-Frauen sind tief mit ihrer Gemeinschaft und ihrem Land verbunden. Sie tragen Wissen und Perspektiven in sich, die in den bisher rein männlichen Ranger-Einheiten fehlten. Doch lange fehlte ihnen die Möglichkeit, ihre Rolle auch auf professioneller Ebene wahrzunehmen.

Das änderte sich 2019, als das IFAW-tenBoma-Programm gemeinsam mit lokalen Führungspersönlichkeiten Team Lioness gründete – eine der ersten Ranger-Einheiten in Kenia, die ausschließlich aus Frauen besteht. Acht junge Maasai-Frauen wurden nach Führungsstärke, schulischen Leistungen und Integrität ausgewählt. Für viele sind sie die ersten Frauen in der Geschichte ihrer Familien, die eine feste Anstellung haben.

Seitdem patrouilliert Team Lioness unter dem Dach der Olgulului Community Wildlife Rangers (OCWR) an der Grenze zu Tansania. Ihr Einsatzgebiet umfasst traditionelle Gemeinschaftsflächen und den Kitenden-Korridor – ein ikonischer Wildtierkorridor, den über 2.000 Elefanten des Amboseli-Ökosystems nutzen.

Die Rangerinnen übernehmen eine Schlüsselrolle beim Schutz vor Wilderei, beim Monitoring von Wildtierbewegungen und in der Konfliktlösung zwischen Menschen und Tieren.

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Ein sozio-ökologischer Wandel

In der Maasai-Gemeinschaft standen Frauen traditionell ganz unten auf der sozialen Leiter: erst Männer, dann Söhne, dann Vieh – und ganz am Ende Frauen und Mädchen. Selbstbestimmung oder eigenes Einkommen waren nicht vorgesehen.

Mit Team Lioness ist ein Wandel in Gang gesetzt worden:

  • Zum ersten Mal verdienen Maasai-Frauen eigenes Geld und sichern damit den Lebensunterhalt ihrer Familien.

  • Sie sind sichtbare Vorbilder – Mädchen sehen Frauen, die Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und öffentlich Anerkennung erfahren.

  • Ihre Stimme verändert die Gesellschaft: von der Frage, welche Rolle Frauen spielen dürfen, bis hin zu einem neuen Bewusstsein für die Verbindung von Mensch und Natur.

Das ist mehr als ein Beschäftigungsprogramm. Es ist ein sozio-ökologischer Wandel, der sowohl soziale Gerechtigkeit als auch Naturschutz voranbringt.

Tierschutz ist Menschenschutz

Die Rangerinnen bekämpfen nicht nur Wilderei, sondern entschärfen auch Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren. Durch ihre Arbeit wächst die Akzeptanz für Elefanten, Löwen und Co. in den Gemeinden, die direkt mit ihnen zusammenleben. So wird nicht nur die Natur geschützt, sondern auch die Lebensgrundlage der Menschen gesichert.

Besonders während der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie groß ihr Einsatz ist: Team Lioness blieb monatelang im Einsatz, getrennt von den eigenen Familien, um Tiere und Ökosysteme weiter zu schützen – in einer Zeit, in der der Einbruch des Tourismus das Risiko der Wilderei deutlich erhöhte.

Warum die Stiftung Team Lioness unterstützt

Die Margarete-Breuer-Stiftung hat über zwei Jahre lang die Ausbildung und die vollständige Finanzierung der acht Rangerinnen übernommen. Damit konnten Frauen gestärkt werden, die bislang kaum Chancen auf Selbstbestimmung hatten – und zugleich Wildtiere geschützt werden, die ohne diesen Einsatz stark gefährdet wären.

Für uns ist Team Lioness ein Projekt, das unser Verständnis von Tierschutz auf einzigartige Weise sichtbar macht: Tierschutz beginnt beim Menschen.

  • Die Frauen gewinnen Rechte, Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung.

  • Die Gemeinschaft profitiert von intakten Ökosystemen und neuen Chancen.

  • Die Tiere werden besser geschützt, weil Menschen Teil der Lösung sind.

So entsteht ein Kreislauf von Schutz und Verantwortung – getragen von denjenigen, die einst ganz unten in der sozialen Ordnung standen.

Ein Ausblick: Jenga Mama

Mit Team Lioness haben wir den Grundstein gelegt. Doch für uns war dieses Projekt auch ein Startschuss, den eingeschlagenen Weg in Kenia weiter zu intensivieren. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem IFAW das Projekt „Jenga Mama“ gestartet – ein Ausbildungsprogramm, das 60 Frauen in ländlichen Gemeinden befähigt, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und gleichzeitig aktiv etwas zur Verringerung von Mensch-Wildtier-Konflikten beizutragen.

So entwickeln sich aus den Rangerinnen von heute und den Unternehmerinnen von morgen Fürsprecherinnen für den Schutz von Natur und Wildtieren – und ein sozio-ökologischer Wandel nimmt weiter Gestalt an.

Team Lioness zeigt: Wenn man Tierschutz eine weibliche Stimme gibt, verändert sich nicht nur das Leben einzelner Frauen – sondern auch das ihrer Familien, ihrer Gemeinschaften und der Tiere, die mit ihnen leben.

 

 

 

Die Margarete-Breuer-Stiftung versteht ihren Auftrag im Tierschutz nicht allein darin, Tiere zu schützen, sondern darin, die Verantwortung des Menschen im Dreiklang von Mensch, Tier und Natur bewusst zu machen – und junge Menschen zu befähigen, dieses Wissen in Handeln umzusetzen. Genau an dieser Schnittstelle begegnen sich unsere Stiftungszwecke: Tierschutz und Kinder- und Jugendhilfe.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist das Projekt „Biodiversidade para adolescentes“ des Vereins favela education e. V., das wir mit großer Überzeugung fördern. Es zeigt, wie Bildung zum Resonanzraum werden kann – für ökologisches Verstehen ebenso wie für menschliches Wachstum.

Kinder- und Jugendhilfe heißt: Empowerment

In unserem Engagement für Kinder- und Jugendhilfe geht es uns vor allem um diejenigen jungen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren sind. Sie brauchen Unterstützung, um eigene Stärken zu entdecken und in die Lage versetzt zu werden, ihre Lebenssituation selbstbestimmt zu verbessern.

Das Stichwort lautet Empowerment – verbunden mit Nachhaltigkeit. Denn echte Hilfe bedeutet nicht, kurzfristig Probleme zu lindern, sondern Perspektiven zu schaffen, die tragen.

Genau das geschieht im Projekt „Biodiversidade para adolescentes“: Jugendliche erhalten nicht nur Wissen über Natur und Biodiversität, sondern auch die Erfahrung, dass sie selbst handeln, gestalten und ihre Stimme erheben können.

Natur als Resonanzraum

Die Jugendlichen forschen in botanischen Gärten, besuchen Universitätslabore, schreiben Songs, malen Bilder, verfassen Gedichte. Aus all dem entsteht ein Musikalbum und ein zweisprachiges E-Book, das ihre Gedanken, Stimmen und Erfahrungen festhält.

Für viele ist es die erste Begegnung mit Themen wie Artenvielfalt, Klimakrise und Umweltzerstörung – und zugleich die Erfahrung: Meine Stimme zählt. Ich kann etwas beitragen.

Der 17-jährige Matheus bringt es auf den Punkt: 
„Die Biodiversität intakt zu halten ist keine einfache Aufgabe. Es braucht Engagement, gemeinsame Anstrengungen und ständige Aufmerksamkeit von uns allen, damit wir zumindest versuchen können, das Aussterben von Pflanzen und Tieren zu verhindern.“

Bildung als Beziehung

Für die Stiftung ist klar: Bildung bedeutet mehr als Wissensvermittlung. Sie wird dort lebendig, wo sie Beziehung stiftet – zwischen Menschen und zwischen Mensch und Natur. Im Projekt „Biodiversidade para adolescentes“ erfahren Jugendliche, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind und Verantwortung übernehmen können.

Damit verkörpert das Projekt genau das Leitbild der Stiftung:

  • Menschlich handeln – Kinder und Jugendliche stärken, insbesondere die, die Hilfe benötigen.

  • Tierschutz leben – die Verantwortung des Menschen gegenüber Tieren sichtbar machen.

  • Natur bewahren – Ökosysteme als Lebensgrundlage verstehen.

Gemeinsam. Menschlich. Leben.

Die Förderung dieses Projektes zeigt beispielhaft, wie stiftungszweckübergreifendes Arbeiten wirken kann: Dort, wo ökologische und soziale Krisen miteinander verflochten sind, braucht es neue Wege. Wege, die Natur und Kultur verbinden, Biologie und Biografie, Wissen und Empathie.

Das Projekt von favela education e. V. eröffnet Jugendlichen genau diesen Möglichkeitsraum – und macht erfahrbar, dass Bildung nicht nur Fakten vermittelt, sondern Resonanz ermöglicht.


💛💚 Die Margarete-Breuer-Stiftung fördert hier mehr als ein Umweltbildungsprojekt – wir fördern eine Haltung: Empowerment und Verantwortung übernehmen für Mensch, Tier und Natur.